Dachstuhl, Sparren und Aufschieblinge
Der Dachstuhl ist im allgemeinen Sprachgebrauch das tragende Gefüge des Daches. Sparren sind geneigte Bauteile, die entlang der Dachneigung verlaufen. Ihre genaue Lagerung und Funktion hängen vom Konstruktionssystem ab; nicht jeder Dachstuhl besitzt denselben Aufbau.
Aufschieblinge sind zusätzliche Holzstücke oder kurze Balken im Traufbereich, die den Verlauf der Dachfläche am unteren Ende verändern können. Ihre Form und Anordnung sind von der jeweiligen Konstruktion abhängig. Sie sind deshalb nicht mit einem vollständigen Sparren gleichzusetzen.
Pfetten, Zangen und Dachbereiche zuordnen
Pfetten verlaufen üblicherweise in Längsrichtung des Daches und dienen beim Pfettendach als Auflager für Sparren. Die Fußpfette, auch Traufpfette genannt, liegt im unteren Dachbereich. Mittelpfetten und Firstpfetten werden nach ihrer Lage bezeichnet; nicht jede Konstruktion enthält alle diese Bauteile.
Eine Zange bezeichnet ein quer angeordnetes Verbindungselement, häufig aus zwei Hölzern, die andere Bauteile beidseitig fassen. Die Zangenlage beschreibt die Ebene beziehungsweise Anordnung dieser Elemente. Ihre konstruktive Aufgabe ergibt sich aus dem jeweiligen Tragwerk.
Der First ist die obere Schnittlinie zweier Dachflächen, die Traufe deren unterer Rand. Der Giebel bezeichnet den oberen Wandbereich an der Stirnseite eines Gebäudes unter den Dachschrägen. Ein Grat entsteht an einer nach außen gerichteten Schnittlinie geneigter Dachflächen; eine Kehle bildet die nach innen gerichtete Schnittlinie.
Begriffe für Unterlagen und Anfragen nutzen
Beschreiben Sie eine Auffälligkeit zunächst nach ihrer Lage und ergänzen Sie die Bauteilbezeichnung, wenn Sie sie sicher erkennen. Angaben wie „am unteren Sparrenende nahe der Traufe“ sind meist aussagekräftiger als „an einem Dachbalken“. Bei Unsicherheit können Sie das Bauteil anhand seiner Richtung und seiner Anschlüsse beschreiben.
Für den nächsten Zusammenhang lesen Sie die Seiten zu Holz und Material, Abbinden und Planung. Eine objektbezogene Vermittlungsanfrage können Sie über Kontakt schildern.
Bezeichnungen ersetzen keine Tragwerksbewertung
Ein Bauteilname verrät weder den erforderlichen Querschnitt noch seine Belastbarkeit. Auch ähnlich aussehende Hölzer können in verschiedenen Dachstühlen unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Änderungen an Sparren, Pfetten oder Zangen benötigen daher eine Bewertung ihres Zusammenhangs im Tragwerk.
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